Sind Hotel-Weblogs wirklich sinnvoll?
Ein paar unstrukturierte Gedanken zu Hotel-Blogs (ich habe um 7:00 Uhr mit diesen Beitrag angefangen, aber es gab zwischendurch immer wieder Wichtigeres):
Bei meinen Seminaren in Südtirol im vergangenen Jahr habe ich die teilnehmenden Hoteliers vor Weblogs gewarnt: Sehr viel Betreuungszeit, sehr lange Durststrecke, große Ungewissheit, was das Erreichender gewünschten Ziele angeht.
Weblogs sind m.E. nur in Verbindung mit einer SEO-Strategie effektiv. Wer das Gegenteil behauptet, der möge mir bitte mit Zahlen kommen, nicht mit Wunschvorstellungen, dem berühmten Bauchgefühl oder einzelnen Gäste-Aussagen.
Blogs sind Webpräsenzen und müssen auch wie jede andere Webpräsenz beworben werden. Ob man da nicht lieber das Geld in die Hotel-Website investiert oder eine pflegeleichte Microsite einrichtet?
Eine Chance gestehe ich Fachblogs zu, die sich in Nischen tummeln wie Wandern, Wein oder Kulinarik. Aber auch diese Themen sind keine Selbstläufer und vor allem müssen diese zu Haus und Betreiber passen.
Welcher Gast möchte schon den hundertsten Klon eines Wikipedia-Artikels auf einem Hotel-Blog lesen? Individuelle Inhalte, bitte! Diese kosten Zeit, Geld, Nerven. Vor allem der Zeit-Faktor wird dramatisch unterschätzt.
Die Stammgäste wollen ab und zu neue Fotos sehen? Das geht schneller und effektiver mit einer Fotogallerie auf der Hotelwebsite. Eventuell kann man dort den Gästen die Möglichkeit bieten, selbst Fotos hochzuladen.
Veranstaltungshinweise aus der Region in den Blog einzustellen ist kein Bloggen. Das gehört auf die Hotelwebsite, weil es doch sicherlich zu gewichtigen Events spezielle Paketangebote gibt.
Persönliches zur Gästebindung? Weblogs waren ursprünglich mehr oder weniger private Tagebücher. Der digitale Voyeurismus war ein wichtiger Baustein für den Erfolg der Blogs. Wieviel Privatheit wollen Sie opfern?
Effektive Möglichkeiten, um Kundenbindung und Ranking zu erreichen? Microblogging z.B. mit Tumblr.com (damit kann man gleichzeitig Facebook und Twitter bedienen!), pflegeleichte Microsites auf echten Key Word Domains.
(Zur Nutzung von Tumblr und Microsites folgen noch Gedankensprünge.)